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Positiv arbeiten
Irland / Schottland
Die Health and Safety Authority in Irland (HSA – Behörde für Sicherheit
und Gesundheitsschutz) in Irland hat in Zusammenarbeit mit dem Health
Education Board in Schottland (HEBS) (Amt für Gesundheitserziehung) ein
innovatives Tool entwickelt, das KMU bei der Ermittlung der Ursachen für
arbeitsbezogenen Stress hilft. Mithilfe eines einfachen Fragebogens sowie
weiteren Informationsmaterials bietet das Tool „Work Positive“ KMU die Möglichkeit,
Stressursachen ausfindig zu machen und geeignete Abhilfemaßnahmen auf
Systemebene einzuleiten. Die Pilotinitiative „Work Positive“ wurde im
Laufe des Jahres 2001 in 26 KMU in ganz Irland und Schottland erfolgreich
durchgeführt.
Weitere Informationen erhalten Sie von Patricia Murray bei der HSA in
Irland (Tel. +353-1 614 7055, E-Mail: Patricia_Murray@hsa.ie)
oder Miriam O’Connor beim HEBS in Schottland (Tel. +44 131 536 5522,
E-Mail: miriam.oconnor@hebs.scot.nhs.uk). Bestelladresse der HSA: Tel.
+353 1 614 7000 (oder auf der Website http://www.hsa.ie
Neue Methode zur Messung der Arbeitsbelastung
Niederlande
Eine unzumutbar hohe Arbeitsbelastung liegt nach einer neuen Definition von
niederländischen Wissenschaftlern vor, wenn mindestens die Hälfte der
Mitarbeiter über zuviel Arbeit klagen und sich mehr Ruhepausen wünschen. Um
diese Messgröße zu testen, werden eine Gruppe der Sozialpartner und das
Ministerium für Beschäftigung und Soziale Angelegenheiten eine „bindende
Verpflichtung“ eingehen. Eine bindende Verpflichtung ist eine Vereinbarung
zwischen den beiden Parteien zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf der
Grundlage quantitativer Risikominderungsvorgaben. Bis 2001 haben das niederländische
Ministerium und seine Sozialpartner bereits 16 bindende Verpflichtungen über
stressbedingte Risiken vereinbart, und weitere 17 bindende Verpflichtungen
sind derzeit in Arbeit.
Weitere Informationen sind auf der Website unter www.arbo.nl/systems/strategies/covenants
verfügbar.
Zum Thema Stress erschienene Veröffentlichungen
Vereinigtes Königreich
Das Amt für Sicherheit und Gesundheitsschutz des Vereinigten Königreichs (Health
and Safety Executive – HSE) (http://www.hse.gov.uk/) hat im Laufe des
vergangenen Jahres mehrere Broschüren zur Vermeidung von Stress am
Arbeitsplatz veröffentlicht.
In der Broschüre „Work-related Stress: a short guide“ (Arbeitsbedingter
Stress: ein kurzer Leitfaden) wird erklärt, wie Führungskräfte in Firmen
mit weniger als 50 Mitarbeitern Stress vermeiden können. Außerdem werden
grundlegende Fragen zu diesem Thema beantwortet und eine Liste der am häufigsten
vorkommenden Stressoren aufgeführt. Für Betriebe mit mehr als 50
Mitarbeitern hat das Amt für Sicherheit und Gesundheitsschutz eine Broschüre
mit dem Titel „Tackling Work-related Stress: a managers’ guide to
improving and maintaining employee health and well-being“ (Umgang mit
arbeitsbedingtem Stress: ein Leitfaden für Führungskräfte zur Verbesserung
und Erhaltung der Gesundheit und des Wohlergehens der Mitarbeiter) veröffentlicht,
in der ein Modell zur Risikobewertung in fünf Schritten vorgestellt wird.
Weitere aktuelle Veröffentlichungen sind Effective Teamworking: reducing the
psychosocial risks – case studies in practitioner format (Effektive
Teamarbeit: Psychosoziale Risiken mindern – Fallstudien für Praktiker) und
Change in Manufacturing: how to manage stress-related risks (Änderung der
Produktion: zum richtigen Umgang mit stressbezogenen Risiken). Die zuletzt
genannte Veröffentlichung basiert auf Fallstudien und behandelt vier wichtige
Entwicklungen in der Produktion, die zu einem Anstieg von arbeitsbezogenem
Stress führen können: moderne Fertigungstechnik, „Downsizing“
(Personalabbau), Teamarbeit und schlanke Produktion.
Außerdem hat die britische Gewerkschaft Unison eine 20-seitige Broschüre veröffentlicht,
in der beschrieben wird, wie über eine Politik des Stressabbaus verhandelt
werden kann; ferner wurde ein Schulungsprogramm entwickelt, in dem
Sicherheitsbeauftragten der Umgang mit arbeitsbezogenem Stress vermittelt wird
(
http://www.unison.org.uk
Neues Institut zur Stressvermeidung
Portugal
Portugal hat ein eigenständiges Forschungszentrum gegründet, das sich mit
Stress am Arbeitsplatz befasst. Das IPSSO (Instituto de Prevenção do Stress
e Saúde Ocupacional) sammelt Daten zum Thema Stress und bietet Einrichtungen
zur Diagnose von Stress und dessen Folgen für den einzelnen Menschen, Gruppen
und Organisationen an. Außerdem veranstaltet das Zentrum psychologische
Interventionsprogramme, die den Menschen helfen, die erforderlichen Fähigkeiten
für den produktiven Umgang mit Stress zu entwickeln.
Weitere Informationen können unter der Adresse ipsso@mail.telepac.pt
angefordert werden.
Neue Wege beschreiten
Österreich
Bereits mehr als 3 000 Fahrer der Öffentlichen Verkehrsbetriebe in Wien haben
Seminare zum Thema Stressmanagement besucht. Mit den vom ZKD (Zentrum für
Kommunikation und Dynamik) und den Öffentlichen Verkehrsbetrieben in Wien
entwickelten zweitägigen Seminaren beschreitet Österreich einen neuen Weg.
Ziel dieser Seminare ist es, die psychische und physische Verfassung des
Fahrers zu verbessern und ihm einen effektiveren Umgang mit den Hauptursachen
für Stress zu vermitteln, unter anderem mit Faktoren wie Zeitdruck, Verkehr
und seiner persönlichen Situation. Die vorläufigen Ergebnisse aus einer
Untersuchung der Seminare deuten darauf hin, dass diese Methode einen Beitrag
zum Stressabbau leistet.
Weitere Informationen erteilt Peter Andel, Institut für
Betriebswissenschaften, Arbeitswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre
der TU-Wien, http://ebweb.tuwien.ac.at/aw
Online-Stresstests
Dänemark
Das dänische Zentrum für Stress und Arbeitspsychologie hat drei Online-Tests
entwickelt, in denen anhand einfacher Fragebögen ermittelt wird, wie
gestresst sich die Mitarbeiter fühlen (
http://www.ing.dk/arkiv/011029/stress.html
In einem Fragebogen wird untersucht, ob der Mitarbeiter Stress empfindet, ein
weiterer Fragebogen forscht nach den persönlichen und sozialen Ursachen für
den am Arbeitsplatz empfundenen Stress, und der dritte Fragebogen bewertet die
emotionale Intelligenz und insbesondere die Fähigkeit, Stress zu bewältigen,
und zeigt geeignete Maßnahmen zum Stressabbau auf. Der dänische
Ingenieursverband (Society of Danish Engineers) hat ein ähnliches Tool
speziell für Ingenieure entwickelt (
http://www.ida.dk/psykisk/psykisk/default.htm
Umfassendes Forschungsprogramm
An der Psychologischen Fakultät der Universität Aarhus werden derzeit eine
Reihe von Studien zur Psychologie von arbeitsbezogenem Stress durchgeführt
(http://www.psy.au.dk/research/ao2000uk.htm) und unter anderem folgende Themen
erörtert:
Stressbedingte Kosten verschlingen 1,4 % des Bruttosozialprokukts
Schweiz
Laut einer Studie des Schweizerischen Staatssekretariats für Wirtschaft
kosten stressbedingte Probleme das Land rund 1,4 % seines jährlichen
Bruttosozialprodukts. Rund die Hälfte dieser Kosten werden durch
Produktionsausfälle und die andere Hälfte durch Kranken- und
Sozialversicherungskosten verursacht. Für die meisten stressbedingten
Erkrankungen kommen die Angestelltenversicherungen nicht auf.
(Weitere Einzelheiten zu dieser Studie sind auf der Website unter http://www.osha-focalpoint.ch/topics/e/index.htm
abrufbar).
Als Beitrag zur Senkung dieser Kosten hat die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (Suva) eine Kampagne zur Stressvermeidung mit einem
Video/DVD, Broschüren und einem Werbemaskottchen namens „Stressy“
gestartet. Diese Materialien sind in deutscher, französischer und
italienischer Sprache verfügbar (
http://www.suva.ch
Vermittlungstechnik
Schweden
In Schweden übernehmen Inspektoren im Rahmen eines neuen, vom Rat für
Arbeitsleben-Forschung finanzierten und von der Örebro Aufsichtbehörde für
die Arbeitsumwelt durchgeführten Programms zum Stressabbau die Aufgabe des
Vermittlers zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Im Arbeitsrecht geschulte
Inspektoren legen den Mitarbeitern einen von ihnen auszufüllenden Fragebogen
vor und laden eine kleine Gruppe von ihnen ein, die Ergebnisse der Umfrage zu
diskutieren, wobei zwei Inspektoren als objektive Moderatoren in der Debatte
fungieren.
Anschließend legen die Inspektoren die Ergebnisse dieser Erörterungen und
ihre Empfehlungen der Arbeitnehmervertretung vor. Bei den Empfehlungen geht es
gewöhnlich um Themen wie Schulungen zum Thema Sicherheit und
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz für Führungskräfte und ihre Mitarbeiter,
klarere Verantwortlichkeiten sowie um soziale Unterstützung und Rückmeldeverfahren
am Arbeitsplatz.
Das Screening-Instrument SIGMA
Deutschland
Deutschland hat ein Instrument entwickelt, mit dessen Hilfe der in einer
Organisation empfundenen Stress ermittelt werden kann.
Das als SIGMA (Screening-Instrument zur Bewertung und Gestaltung
menschengerechter Arbeitstätigkeiten) bezeichnete, modular aufgebaute
Instrument untersucht anhand eines einfachen „Ja-Nein“-Fragebogens, wie
viel Stress durch die Tätigkeiten in einer Organisation, die Führungsstruktur
und die Arbeitsumgebung einschließlich der Beleuchtung und des Geräuschpegels
entsteht. Die Daten werden geltenden Normen, rechtlichen Bestimmungen und
Erkenntnissen aus wissenschaftlichen Studien zugeordnet, um zu bestimmen, ob
die Stressbelastung in den verschiedenen Bereichen einer Organisation
problematisch ist; anhand der Ergebnisse können Führungskräfte diejenigen
Problemfelder ermitteln, in denen Abhilfemaßnahmen eingeleitet werden müssen.
Das System erfordert einen hohen Zeitaufwand und die volle Unterstützung
durch die Unternehmensleitung und wurde bereits in verschiedenen Sektoren,
unter anderem im Gesundheitswesen und in Call-Centern, mit großem Erfolg
eingesetzt.
Mehr als jeder dritte Berufsschullehrer (38 Prozent) ist gefährdet, psychisch krank zu werden. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Anteil mit 18 bis 24 Prozent deutlich niedriger. Das meldet die Deutsche Angestellten Krankenkasse. Besonders belastend empfinden Berufsschullehrer den Umgang mit schwierigen Schülern. Hier fehlen ihnen nach eigenen Angaben häufig die Geeigneten pädagogischen Methoden, um auf diese Schüler einwirken zu können.
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